Röhrensound für zu Hause oder auf dem Kopfhörer?
Ist heute durchaus machbar, kann aber oft ziemlich Teuer werden wenn man hier ein Top an Entsprechende Technik verbindet.
Da Klingt der Ir-J schon zu gut um Wahr sein, vor allem für den recht guten Preis. Einfach ans Interface damit und schon ist man Startklar. Dabei klingt diese Lösung wohl noch um einiges besser als ein Mirko vor die Box zu stellen.
Kanal 1 liefert eine sehr schönen, warmen Clean Sound. Mit Starken Pickups kippt er aber recht schnell in die Verzerrung. Volume und Tone Poti der Gitarre werden aber sehr gut angenommen und man kann hier noch etwas fein Tunen. Der Gain Regler reagiert sehr Fein, hier findet man ziemlich schnell den gewünschten Ton. Der Lautstärken Regler hat dabei keine wirklich großen Einfluss, man muss also nicht den einen Sweetspot finden, es klingt immer gut. Dreht man mehr Gain rein wird es schon richtig Rockig. Und einen Boost gibt es ja auch noch. Der erste Kanal ist wirklich sehr vielseitig.
Kanal 2 steht dem in Sachen Soundvielfallt in nichts nach. Hier lässt sich das Gain noch durch ein kleine Schalter anpassen. In der Ausgangsstellung gibt es Traumhaft Komprimierte Töne. Vor allem die Mitten werden hier über ein breites Band wunderbar Fett was auch ohne viel Gain schon richtig schön Dicht und Satt klingt. Legt man den Gain Schalter um wirkt es fast wie ein extra Kanal der nochmal mehr Gain liefert und auch Klanglich anders abgestimmt ist. Hier lassen die Mitten ein klein wenig nach und es klingt auf anhieb nach 80er Hard Rock/Metal
Der Ir-J ist aber kein Hi Gain Monster, selbst mit Boost nicht. Stört aber recht wenig da er immer ziemlich Druckvoll und Satt klingt. Hier lässt sich aber mit der Cab/Ir Sim noch ein wenig was drehen.
Beide Kanäle sind extrem Dynamisch und liefern einfach immer einen Erstklassigen Röhrensound. Das hier keine Endstufe mit Röhren arbeitet, hört man überhaupt nicht.
In der Digitalen Abteilung lassen sich noch einige Cab Sims laden. Damit lässt sich der Klang nochmal sehr Stark anpassen, es gibt aber deutlich Hörbare Unterschiede. Es lassen sich Pro Kanal immer 3 Cabs über den Schalter abrufen. Das ganze könnte man auch über Midi schalten und Live nutzen. Natürlich lassen sich auch andere Ir's laden.
In der Software lassen sich auch noch ein paar anderen dinge wie Thump, Rolloff, Presence und Noisgate einstellen. Loop und Ir's könne auch auf Bypass gestellt werden. Beides ist auch durch langes drücken der Taster machbar.
Ein paar Abzüge in der B-Note hat der Ir-J aber leider auch.
Bright lässt sich nur in drei stufen schalten, das hat mir oft zu viel Einfluss und macht schnell mal den sonst so tollen Sound kaputt. Hier wäre ein Regler die bessere Wahl gewesen.
Seitlich lässt sich Pro Kanal nochmal extra der Boost Regeln. Eigentlich eine tolle Idee nur die Regler sind ziemlich klein und Fummelig. Lässt sich mit dem Fingernagel machen, schön ist aber anders.
Der Balanced Out über TRS wäre mit XLR Buchsen auch schöner gelöst.
Alles in allem hätte man das Gehäuse ein wenig größer machen können, Regler für Presence und Boost noch oben drauf. Dann wäre auch genug platz für XLR.